"Ursulinengymnasium Werl"

Das Ursulinengymnasium gestern

Von der höheren Töchterschule zum neusprachlichen Gymnasium für Mädchen und Jungen

Die Ursulinenschulen Werl mit ihrem Gymnasium können auf eine 125 jährige Tradition als Schule zurückblicken. Am 18.10.1888 eröffneten die fünf nach dem Kulturkampf aus Nymwegen (Holland) gekommenen Ursulinen des am 2.10.1888 in Werl neu gegründeten Klosters ihre Ursulinenschule als "höhere Privat-Mädchenschule". Die zunächst dreiklassige Schule gründete auf der Übernahme der bereits bestehenden "höheren Töchterschule" des Fräuleins Josephine Sluyterman. Dabei wurde zugesichert, dass auch die Werler Protestanten ihre Töchter zur Ursulinenschule schicken können.

Von Anfang an planten die Schwestern die Einrichtung eines Mädchenpensionats, denn es gab damals in der Umgebung nur eines in Paderborn und in Dorsten. 1889 entstand ein Neubau, den die ersten 15 Pensionärinnen und 40 Externe am 4.11.1889 beziehen konnten. Die kontinuierlich ansteigende Zahl besonders der Internatsschülerinnen sowie der Ausbau der Schule zum Oberlyzeum erforderten in den folgenden Jahren immer wieder Erweiterungsbauten.

Nach dem staatlich verordneten Abbau der Schule während der Zeit des Nationalsozialismus kam es am 4. Januar 1946 zur Wiedereröffnung. 1950 wurde die Entscheidung gefällt, die Werler Ursulinenschule als neu-sprachliches Gymnasium einzurichten. Entsprechend führte ab 1951 die Schule die offizielle Bezeichnung "Privates Neusprachliches Mädchengymnasium mit Frauenoberschulklassen UIII - UII". Hatte das Gymnasium im Schuljahr 1964/65 (nach der Gründung der Ursulinen-Realschule und Abbau der Frauenoberschule) 284 Schülerinnen, so stieg die Zahl bis zum Schuljahr 1978/79 auf 666 an. 1966/67 unterrichteten 7 Ursulinen und 11 andere Lehrkräfte, davon 5 Herren, die Schülerinnen. Doch schon im Schuljahr 1976/77 waren neben 8 Ordensfrauen 30 "Weltliche" getreten. Aus dem klösterlichen "Familienbetrieb" von einst war so ein mittleres Unternehmen geworden, für das die Nonnen zwar Verantwortung und Risiko tragen, in dem sie aber nicht mehr die Mehrheit bilden. In diese Zeit (1976/77) fällt der Neubau des Gymnasiums an der Schlossstraße, der mit dem Ambiente der alten Schlossruine das Aussehen unserer Schule heute noch prägt.

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Entscheidende Stationen in der Entwicklung der Schule während der letzten drei Jahrzehnte sind der auf Initiative der Eltern und der damaligen Schulleiterin Sr. Irmgardis Kotthoff gegründete Förderverein, dem mit seinen vielen Mitgliedern weitgehend die reichhaltige Ausstattung der Schule mit Lernmittel sowie die finanzielle Unterstützung der seit 1988 herausgegebenen Schuljahresschrift "AUGENBLICK" zu verdanken ist.

Ein wesentlicher Einschnitt für die Entwicklung der Schule stellt die 1971 aufgenommene Kooperation mit dem städtischen Mariengymnasium dar, die ein breites Fach- bzw. Kursangebot sichert.

Pionierarbeit leistete das Ursulinengymnasium zusammen mit der Kooperationsschule im Bereich der Aussiedlerförderung nach dem "Werler Modell". Seit 1986 besaß das Gymnasium die offizielle Anerkennung als Fördereinrichtung. Einen Eckpfeiler der Förderung stellte das Internat der Ursulinen mit seinen schulbegleitenden Fördermaßnahmen dar. „Werler Modell“ und Internat liefen aus, nachdem der Zuzug von polnischen und später russischen Aussiedlerschülerinnen abgeebbt war.

1986 brach die Ursulinenschule mit einer 98-jährigen Tradition: die Koedukation wurde eingeführt. Den Entschluss honorierten gleich 30 Jungen, so dass überraschenderweise eine dritte Eingangsklasse eingerichtet werden musste und die Schule dreizügig ausgebaut wurde. Mit dem Ausscheiden von Oberstudiendirektorin Sr. Brigitte Werr 1994 aus dem Dienst am Werler Ursulinengymnasium endete nach 106 Jahren Schulleitung durch Ordensschwestern eine Ära. Herr Werner Grote vom privaten Walburgis-Gymnasium in Menden übernahm als erste weltliche und männliche Lehrkraft die Funktion der Schulleitung am Ursulinengymnasium in Werl. Als Sr. Benedicta Große-Boes 1996 in den Ruhestand ging, verließ die letzte Ordensschwester das Kollegium; dies besteht seitdem ausschließlich aus weltlichen Lehrkräften, aber die jeweilige Oberin des Konvents vertritt den Schulträger vor Ort. Mittlerweile liegen die Personalverwaltung sowie die interne Schulaufsicht der Ursulinenschulen komissarisch in den Händen des Ezbischöflichen Generalvikariats Paderborn. Träger der Schule ist weiterhin das St. Ursula Stifts in Werl.

Nachdem Oberstudiendirektor Werner Grote nach 19 Jahren aus dem aktiven Dienst ausgeschieden war, wurden das Ursulinengymnasium und die Ursulinenrealschule organisatorisch zur Bündelschule mit dem neuen Namen „Ursulinenschulen Werl, Realschule . Gymnasium“ zusammengeführt. Seit August 2015 wird diese Schule mit ihren beiden Abteilungen Realschule und Gymnasium von Oberstudiendirektorin Ann Kristin Brunn geleitet. Ihre Aufgabe wird es u.a. sein, die beiden Schulformen als solche jeweils weiterzuentwickeln und organisatorisch, pädagogisch und wirtschaftlich zu verzahnen.

02922 5017

Schlossstr. 3-5, 59457 Werl